René Jules Lalique (* 6. April 1860 in Ay in der Champagne; gest. 5. Mai 1945 in Paris) war Unternehmer, Firmengründer und einer der bekanntesten Schmuck- und Glaskünstler des Art Déco sowie des Art Nouveau, der französischen Ausprägung des Jugendstils.
1872 beginnt Lalique eine Zeichenausbildung bei dem Lehrer Jean-Marie Leguien im Collège Turgot. In den folgenden vier Jahren erlernt er auch Techniken der Schmuckkunst und setzt seine zeichnerische Ausbildung an der Ecole des Arts Décoratifs in Paris fort Tätigkeit. Seine völlig neuartigen Entwürfe finden Abnehmer bei den ersten Adressen unter den Pariser Juwelieren, unter ihnen Cartier. 1884 gründet er gemeinsam mit dem Juwelier Varenne die Firma Lalique & Varenne.
1890 kann er ein eigenes Geschäft in vornehmer Lage eröffnen.
Die Themen und Formen für seine Arbeit findet er in den Motiven des Jugendstils, seinen geschwungenen Formen und seinen Naturmotiven wie Vögeln, besonders Schwänen, und Pflanzen. Etwa ab 1895, als er nicht mehr darauf angewiesen ist, die Pariser Juweliere zu beliefern, kommt sein eigener, unkonventioneller Stil voll zum Ausdruck.
1904 ist seine Werkstatt auf der Weltausstellung in St. Louis (Louisiana Purchase Exposition) vertreten. Ab 1908 wendet er sich verstärkt der Glaskunst zu. Für den Parfümeur François Coty fertigt er erstmalig Parfümflakons. Er mietet das Atelier für Glasarbeiten in Combs-la- Ville.
Nach dem Krieg wendet er sich wieder der kunsthandwerklichen Glasproduktion zu. 1921 eröffnet er eine weitere Fabrik in Wingen-sur-Moder. Zu Beginn der 1920er Jahre ist Laliques Firma an der Ausgestaltung des Orientexpress und der großen Ozean-Passagierschiffe Ile de France, Paris, Normandie und Grasse beteiligt.
1939, mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, wird seine Fabrik von der deutschen Besatzungsmacht in Beschlag genommen und muss schließen. Am 5. Mai 1945 stirbt René Lalique. Er liegt auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris begraben.